Was kostet eine Leckortung?
Eine Ortung hat keinen festen Leistungsumfang und damit auch keinen Preis, der für jedes Haus stimmt. Das Gutachtermagazin beziffert einen Einsatz grob mit 200 bis 1.000 Euro und Stundensätze mit 80 bis 150 Euro, teils zuzüglich Notdienstzuschlag. Die Werte stammen aus Mischquellen ohne amtliche Grundlage und lassen sich für Mannheim, Heidelberg oder Ludwigshafen nicht nachprüfen. [1]
Verlässlicher als jede Spanne ist ein Ratschlag aus der Verbraucherberatung: Ohne Besichtigung kommt kein Angebot zustande, auf das Sie sich verlassen können. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Betriebe, die keine Sofortzusage am Telefon geben, den Leistungsumfang schriftlich festhalten und ihre Messungen dokumentieren. [2]
Warum lässt sich der Preis nicht vorab festlegen?
Weil vor der ersten Messung niemand weiß, wie viele Messrunden nötig werden. Verfahren, Leitungsart, Zugänglichkeit, Gebäudealter und die Zahl möglicher Leckstellen spielen mit. Ein Warmwasserstrang unter Estrich lässt sich per Thermografie oft schnell eingrenzen; eine drucklose Abwasserleitung gibt deutlich weniger her. Fachbetriebe kombinieren deshalb häufig zwei bis drei Verfahren, statt sich auf eines festzulegen. Sobald der Umfang klar beschrieben ist, etwa eine dokumentierte Ortung in einem abgegrenzten Bereich, lässt sich ein Festpreis vereinbaren. Klären Sie vorher, welche Messungen im Preis enthalten sind und was zusätzlicher Aufwand kostet.
Welche Verfahren gibt es, und was bedeutet das für den Preis?
Teuer wird weniger die Technik als die Zahl der Messungen bis zum Punktnachweis. Die Übersicht zeigt, welches Verfahren wofür taugt und wo es an Grenzen stößt.
| Verfahren | Typischer Einsatz | Grenzen |
|---|---|---|
| Feuchtemessung (kapazitiv oder Widerstand) | Feuchtebereich eingrenzen, Verlauf verfolgen | Zeigt Feuchte, nicht die Leckstelle |
| Thermografie | Warmwasser- und Heizleitungen | Schwach bei drucklosen Abwasserleitungen |
| Tracergas (z. B. Formiergas 95/5) | Punktnachweis, auch durch Estrich und Belag | Leitung muss entleert und befüllt werden |
| Elektro-akustik mit Bodenmikrofon | Druckleitungen, Körperschall am Leck | Störgeräusche, Verlauf muss bekannt sein |
| Elektroimpuls oder Endoskopie | Flachdach, Hohlräume, Sichtprüfung | Kleine Bohrungen, nur bestimmte Bauteile |
Die Verfahren und ihre Grenzen sind in der Fachliteratur beschrieben: Thermografie, elektrische Feuchtemessung, Tracergas mit Formiergas 95/5 sowie elektro-akustische Ortung mit Bodenmikrofon. [4] Auf Flachdächern arbeitet das Elektroimpulsverfahren zerstörungsfrei, prüft aber nur die wasserführende Ebene. [5]
Welche Posten stehen später auf der Rechnung?
Auf der Rechnung stehen meist Anfahrt, Arbeitszeit für die Ortung, Geräteeinsatz, eine kurze Dokumentation für die Versicherung und bei manchen Verfahren kleine Bohrungen. Notdienst außerhalb der üblichen Zeiten wird gesondert berechnet. Die Verbraucherzentrale verlangt Kostenvoranschläge, die Leistungen und Material so detailliert aufführen, dass sich Stundensätze und Materialpreise mehrerer Betriebe vergleichen lassen. Kostenpflichtig ist ein Kostenvoranschlag nur, wenn das vorher ausdrücklich vereinbart wurde. [3]
Zahlt die Versicherung die Leckortung?
Bei einem versicherten Leitungswasserschaden an fest verbauten Teilen ist die Wohngebäudeversicherung der richtige Ansprechpartner, denn sie deckt Schäden am Gebäude. Möbel, Kleidung und Vorräte laufen über die Hausratversicherung. [6] Über den Schutz entscheidet die Ursache. Überschwemmung und Rückstau brauchen in der Regel einen Elementarschadenbaustein, und auch dieser hat eine Grenze: Grundwasser, das ohne Überschwemmung durch Boden oder Wände eindringt, ist regelmäßig nicht versichert. [7] [9] Ob die Ortungskosten Teil der Regulierung sind, hängt vom Vertrag ab und davon, ob ein versicherter Leitungswasserschaden vorliegt. Fragen Sie vor dem Auftrag nach, nicht nach der Rechnung. Wie die Zuständigkeiten zusammenspielen, steht im Ratgeber zur Wasserschaden-Versicherung.
Kann ich ein Leck selbst eingrenzen?
Eine sinnvolle Vorprüfung ist der Wasserzähler: Bei geschlossenen Entnahmestellen darf er stehen bleiben. Dreht er sich weiter, geht irgendwo Wasser verloren; wo, sagt der Zähler nicht. Aufstemmen auf Verdacht zerstört mehr, als eine fachliche Ortung anrichtet. Steht Wasser in der Nähe der Elektroverteilung oder sind Steckdosen betroffen, schalten Sie die betroffenen Stromkreise ab, bevor Sie im Raum arbeiten.
Worauf sollte ich beim Angebot achten?
Holen Sie mehrere schriftliche Angebote ein und vergleichen Sie deren Inhalt, nicht bloß die Endsumme. Zwei Punkte gehen in der Praxis oft unter. Wird der veranschlagte Betrag um mehr als 15 bis 20 Prozent überschritten, muss der Betrieb das unverzüglich mitteilen; ein vereinbarter Festpreis darf ohnehin nicht überschritten werden. [3] Lassen Sie außerdem schriftlich festhalten, wie zusätzliche Arbeiten abgerechnet werden und wer Ursache und Messwerte dokumentiert.
Wie hängt die Leckortung mit Trocknung und Schimmel zusammen?
Je früher die Stelle bekannt ist, desto kleiner bleibt der Schaden. Bei Wasserschäden, die Tage oder Wochen andauern, ist laut Umweltbundesamt immer mit Schimmelwachstum zu rechnen, und erhöhte Feuchte gilt dort als wichtigste Ursache für Schimmelbefall in Gebäuden. [8] Nach der Ortung folgt deshalb häufig eine technische Bautrocknung. Welche Posten dabei zusammenkommen, steht im Ratgeber zu den Wasserschaden-Kosten; die Leistung selbst finden Sie unter Leckortung. Wer wissen will, woher das Wasser kommt, findet die Fallunterscheidung im Ratgeber Wasser im Keller.
Quellen und Hinweise
- Kostenspannen eines Fachportals: Das Gutachtermagazin nennt für einen Ortungseinsatz rund 200 bis 1.000 Euro und Stundensätze von 80 bis 150 Euro. Die Werte beruhen auf einer Sekundärquelle ohne amtliche Grundlage und sind regional nicht überprüfbar. Gutachtermagazin: Leckageortung
- Handwerkersuche nach Wasserschäden: Die Verbraucherzentrale NRW rät zu Betrieben mit nachweisbarer Erfahrung, schriftlichen Angeboten, ohne Sofortzusagen ohne Besichtigung und mit Dokumentation der Maßnahmen und Messungen. Verbraucherzentrale NRW: Sanierung und Handwerkersuche
- Auftrag, Kostenvoranschlag und Rechnung: Die Verbraucherzentrale erklärt, dass Kostenvoranschläge detailliert sein müssen, nur bei vorheriger Vereinbarung kostenpflichtig sind und Kostensteigerungen über 15 bis 20 Prozent unverzüglich mitgeteilt werden müssen. Verbraucherzentrale: Was bei einem Handwerkerauftrag zu beachten ist
- Verfahrensüberblick: Thermografie, kapazitive und Widerstands-Feuchtemessung, Tracergas mit Formiergas 95/5 sowie elektro-akustische Ortung mit Bodenmikrofon. Als Enzyklopädie ist die Seite eine Übersicht, keine technische Norm. Wikipedia: Leckageortung
- Elektroimpulsverfahren: BauNetz Wissen beschreibt die Potentialdifferenzmessung für Flachdächer als zerstörungsfreies Verfahren, das nur die wasserführende Ebene prüft. BauNetz Wissen: Leckageortung per Elektroimpuls
- Wer bei Leitungswasserschäden zahlt: Der Bund der Versicherten grenzt Hausrat- und Gebäudeversicherung ab und weist auf die Pflicht hin, den Schaden unverzüglich zu melden und zu mindern. Bund der Versicherten: Leitungswasserschaden
- Elementarschäden: Überschwemmung, Starkregen und Rückstau sind nur über einen zusätzlichen Elementarschadenbaustein abgedeckt; Regen-, Grund- und Witterungswasser gehören nicht zur Wohngebäudeversicherung. Bund der Versicherten: Elementarschäden
- Feuchte und Schimmel: Der Leitfaden des Umweltbundesamts bezeichnet erhöhte Feuchte als wichtigste Ursache für Schimmelwachstum und empfiehlt, bei mehrtägigen Wasserschäden mit Befall zu rechnen. Umweltbundesamt: Leitfaden Schimmelbefall
- Grenzen des Elementarschutzes: Überschwemmung und Rückstau benötigen in der Regel zusätzlichen Versicherungsschutz. Grundwasser, das ohne Austritt an der Oberfläche von unten in das Gebäude eindringt, ist nach der Verbraucherzentrale nicht versichert. Verbraucherzentrale: Versicherungsschutz gegen Elementarschäden.